Nackenschmerzen können die Beweglichkeit einschränken und den Alltag belasten. Erfahre, wie Liebscher & Bracht Nackenschmerzen erklärt und welche Rolle Osteopressur, Engpassdehnungen und muskulär-fasziale Spannungen dabei spielen. Auf dieser Seite findest du Ursachen, Hintergründe und mögliche Behandlungsansätze verständlich erklärt.
Viele Nackenschmerzen beginnen nicht plötzlich mit einem großen Ereignis. Oft ist es eher ein schleichender Prozess: lange Bildschirmarbeit, wenig Bewegung, Stress, Training, einseitige Haltung – und irgendwann fühlt sich der Nacken nicht mehr frei an. Der Kopf lässt sich schlechter drehen, die Schultern ziehen nach oben und der Bereich rund um Trapezmuskel, Hinterkopf und Schulterblatt bleibt ständig präsent.
Auch Zähneknirschen und Kieferanspannung können dabei eine Rolle spielen. Dauerhaftes Pressen der Kaumuskulatur kann die Spannung im Bereich von Schädelbasis, Nacken und Schultern zusätzlich erhöhen.
Aus Sicht von Liebscher & Bracht ist dabei nicht nur entscheidend, welche Struktur schmerzt. Wichtig ist auch, welche Spannungen über längere Zeit auf den Nacken wirken und wie dein Gehirn diese Situation bewertet.
Muskelspannung ist grundsätzlich normal. Dein Körper braucht sie, um deinen Kopf zu tragen, die Halswirbelsäule zu stabilisieren und Bewegungen zu kontrollieren. Problematisch wird es erst, wenn bestimmte Spannungsmuster dauerhaft zu hoch bleiben und dein Körper kaum noch ausgleichen kann.
Dann kann aus normaler Spannung ein Warnsignal werden. Nach dem Erklärmodell von Liebscher & Bracht bewertet das Gehirn diese überhöhten Zugkräfte als mögliche Gefahr für Gelenke, Muskeln, Faszien oder andere Strukturen. Schmerz wird dann als Alarmsignal verstanden: Dein Körper meldet, dass Belastung, Haltung und Bewegung gerade nicht mehr gut reguliert werden.
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Der Nacken arbeitet nie allein. Brustmuskulatur, vordere Halsmuskulatur, Bauch, oberer Rücken, Schulterblätter und Nackenstrecker beeinflussen sich gegenseitig. Wenn die Faszien in der vorderen Körperseite durch Sitzen, Bildschirmarbeit oder dauerhafte Anspannung immer kürzer und fester werden, zieht sie den Oberkörper eher nach vorn.
Der Rücken und der Nacken müssen dagegenhalten. Die hintere Muskulatur versucht, dich aufzurichten, den Kopf zu tragen und die Haltung zu stabilisieren. So entsteht ein ständiges Gegeneinander: vorne zieht es nach vorn, hinten hält es dagegen. Die resultierende Kraft landet häufig dort, wo Bewegung stattfinden soll – an der Halswirbelsäule, am Übergang zum oberen Rücken und im Schulter-Nacken-Bereich.
Schulmedizinisch wird bei Nackenschmerzen häufig geprüft, welche Struktur betroffen ist: Bandscheibe, Wirbelgelenk, Nerv, Muskel, Sehne oder Halswirbelsäule. Diese Sicht ist wichtig, besonders bei Unfall, Taubheit, Kraftverlust, ausstrahlenden Schmerzen oder anderen Warnzeichen.
Das Liebscher-&-Bracht-Modell schaut ergänzend darauf, welche Spannungen auf den Nacken wirken, welche Bewegungen fehlen und ob dein Nervensystem diese Situation als Gefahr bewertet. Dadurch kann das Modell auch dann hilfreich sein, wenn bereits eine Diagnose besteht – zum Beispiel bei Verspannungen, Verschleißzeichen, Reizungen oder unspezifischen Nackenschmerzen.
Die speziellen Techniken nach Liebscher & Bracht sollen helfen, überhöhte muskulär-fasziale Spannung zu senken und dem Körper wieder mehr Bewegungsfreiheit anzubieten. Wenn das Gehirn die Situation weniger als Gefahr bewertet, kann der Alarmschmerz nachlassen oder sich verändern.
Die Sichtweise von Liebscher & Bracht ist ein Erklärmodell. Sie kann helfen, Nackenschmerzen über Spannung, Bewegung und Alarmschmerz besser zu verstehen. Andere Modelle haben genauso ihre Berechtigung.
Im Fasziendistorsionsmodell nach Dr. Stephen Typaldos wird Schmerz zum Beispiel anders erklärt. Dort stehen bestimmte Fasziendistorsionen, also mögliche Verformungen oder Störungen im Fasziengewebe, stärker im Mittelpunkt.
Mehr dazu findest du auf der Seite FDM Faszientherapie bei Nackenschmerzen.
Bei Nackenschmerzen kombiniert Liebscher & Bracht Osteopressur, Faszienrollmassage und Engpassdehnungen, um muskulär-fasziale Spannungen zu reduzieren und die Beweglichkeit im Schulter-Nacken-Bereich zu verbessern.
Die Osteopressur setzt gezielt an bestimmten Druckpunkten im Schulter-Nacken-Bereich an. Ziel ist es, Spannung im muskulär-faszialen Gewebe zu reduzieren, damit sich das Nervensystem beruhigen kann.
Wenn das Gehirn weniger Gefahr bewertet, kann der Alarmschmerz nachlassen und Bewegung wieder leichter möglich werden.
Bei der Faszienrollmassage werden bestimmte Bereiche rund um Nacken, Schultergürtel und oberen Rücken gezielt ausgerollt. Dabei werden Muskeln und Faszien wie ein Schwamm ausgepresst.
Danach kann sich das Gewebe wieder mit frischer Flüssigkeit versorgen. Das kann Regeneration, Stoffwechsel und Beweglichkeit im behandelten Bereich unterstützen.
Engpassdehnungen bringen Muskeln und Faszien wieder mehr auf Länge. Du kannst dir das vorstellen wie bei einem zu heiß gewaschenen Pullover, der mit gleichmäßigem Zug wieder vorsichtig auseinandergezogen wird.
Ziel ist es, verkürzte Bewegungswinkel zu erweitern, den Schulter-Nacken-Bereich beweglicher zu machen und die Spannung langfristig besser zu regulieren.
Nackenschmerzen können verunsichern – besonders, wenn sie wiederkehren, in den Kopf ziehen oder bis in Schulter und Arm ausstrahlen. Trotzdem bedeutet Schmerz nicht automatisch, dass sofort etwas kaputt ist.
Aus Sicht von Liebscher & Bracht können schwankende Nackenschmerzen häufig auf einen spannungsabhängigen Alarmschmerz hinweisen. Mal ist der Schmerz stärker, mal schwächer – je nachdem, wie hoch die Spannung im Nacken, Schultergürtel und oberen Rücken gerade ist.
Schädigungsschmerzen sind dagegen oft konstanter und können auftreten, wenn Gewebe verletzt, gereizt oder strukturell verändert ist – zum Beispiel nach einem Unfall oder bei deutlicher Nervenreizung an der Halswirbelsäule.
Auch Alarmschmerzen solltest du nicht dauerhaft ignorieren. Bleibt die Spannung über längere Zeit zu hoch, kann der Körper immer stärker in Schutzspannung gehen. Deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig Spannung zu reduzieren und Beweglichkeit zurückzugewinnen.
Bitte lass Nackenschmerzen ärztlich abklären, wenn sie nach einem Unfall auftreten, stark ausstrahlen oder mit Taubheit, Kribbeln, Kraftverlust, Lähmungserscheinungen, Fieber, Schwindel oder ungeklärten neurologischen Symptomen verbunden sind.
Versprechen kann man eine Veränderung bei Nackenschmerzen natürlich nie. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig schon während des ersten Termins oder kurz danach, ob dein Körper auf die Behandlung nach Liebscher & Bracht reagiert. Wenn Nackenverspannungen, eingeschränkte Beweglichkeit oder muskulär-fasziale Spannung eine wichtige Rolle spielen, kann ein erster Termin sinnvoll sein, statt lange abzuwarten.
Nach dem Erklärmodell von Liebscher & Bracht soll die Osteopressur den Schmerz im Gehirn beeinflussen und den Alarmschmerz vorübergehend verändern – wie ein Reset der Software. Das allein ist jedoch noch keine nachhaltige Lösung. Deshalb folgen im zweiten Schritt Faszienrollmassage und Engpassdehnungen, damit Muskeln und Faszien wieder beweglicher werden. Vereinfacht gesagt: Osteopressur wirkt wie ein Reset der Software, Faszienrollmassage und Engpassdehnung kümmern sich um die Hardware.
Die Übungen nach Liebscher & Bracht bei Nackenschmerzen sollten möglichst täglich durchgeführt werden. Du kannst es dir ähnlich vorstellen wie Zähneputzen: Jeden Tag benutzen wir unseren Körper, bauen Spannung auf und brauchen deshalb regelmäßige Pflege. Die Engpassdehnungen und Faszienübungen dienen dazu, Spannung im Nacken, Schultergürtel und oberen Rücken zu reduzieren und die Beweglichkeit langfristig zu erhalten.
Nackenschmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden, wenn sie nach einem Unfall auftreten oder mit Taubheit, Kribbeln, Kraftverlust, Lähmungserscheinungen, Schwindel oder starken ausstrahlenden Schmerzen in Schulter, Arm oder Hand verbunden sind. Auch anhaltende Beschwerden der Halswirbelsäule oder ungeklärte neurologische Symptome sollten untersucht werden. Bei klassischen Nackenverspannungen ohne solche Warnzeichen kann zusätzlich ein bewegungs- und spannungsorientierter Behandlungsansatz sinnvoll sein.
Bewegung und Eigenübungen gelten bei unspezifischen Nackenschmerzen als wichtige Bestandteile moderner Behandlungskonzepte. Auch bei Liebscher & Bracht spielen regelmäßige Übungen eine zentrale Rolle.
In einer Untersuchung mit 112 Personen mit unspezifischen Nackenschmerzen führten die Teilnehmer über 7 Tage täglich etwa 10 Minuten Liebscher-&-Bracht-Übungen durch. Nach einer Woche berichteten 81 % der Teilnehmer über eine Verbesserung ihrer Beschwerden.
Die größten Veränderungen wurden innerhalb der ersten Woche beobachtet. Nach Angaben der Untersuchung zeigten sich erste deutliche Verbesserungen ab dem dritten Übungstag. Das unterstützt die Annahme, dass regelmäßige Bewegung und aktive Mitarbeit bei Nackenschmerzen eine wichtige Rolle spielen können.
Die Untersuchung wurde ohne Kontrollgruppe durchgeführt und erlaubt daher keine endgültigen Aussagen über die Wirksamkeit. Sie zeigt jedoch, dass viele Teilnehmer innerhalb kurzer Zeit positive Veränderungen ihrer Nackenschmerzen wahrgenommen haben.
Nackenschmerzen müssen nicht automatisch bedeuten, dass etwas geschädigt ist. Aus Sicht von Liebscher & Bracht entstehen viele Beschwerden durch erhöhte Spannung, eingeschränkte Beweglichkeit und ein Alarmsignal des Körpers.
Wichtig ist: Nimm wiederkehrende Nackenschmerzen ernst, reduziere frühzeitig Spannung und lass Warnzeichen wie Taubheit, Kraftverlust oder starke Ausstrahlung ärztlich abklären.
Autor:
Patrick Wentzel, Heilpraktiker in Berlin Prenzlauer Berg
Patrick Wentzel ist spezialisiert auf Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Knieschmerzen sowie die Behandlung von Muskel- und Faszienbeschwerden. In seiner Praxis verbindet er manuelle Schmerzbehandlung, Faszientherapie und gezielte Übungen für den Alltag.
Patrick Wentzel | Heilpraktiker
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